Der Grund ist nicht, dass wir keine gedruckten Bücher mehr möchten. Im Gegenteil. Wir lieben Bücher. Wir möchten, dass unsere Geschichten nicht nur als eBook existieren, sondern auch als echtes Buch in der Hand. Aber wir möchten auch, dass diese Bücher in einer Qualität ankommen, hinter der wir stehen können.
Genau das war zuletzt nicht mehr der Fall.
Wir haben Autorenexemplare unserer eigenen Bücher bestellt. Zwei davon kamen beschädigt an. Die Bücher waren unten aufgerissen, schlecht verarbeitet und sahen nicht so aus, wie ein neues Buch aussehen sollte.
Wir haben die Bücher sofort reklamiert, am nächsten Tag zurückgeschickt und konnten später sogar nachweisen, dass Amazon die Rücksendung erhalten hat.
Trotzdem erhielten wir keine korrigierte Rechnung. Keine Gutschrift. Stattdessen erhielten wir Wochen später eine Mahnung.
Danach begann genau das, was viele vermutlich kennen: Amazon verwies auf Riverty. Riverty verwies zurück auf Amazon. Kontaktwege funktionierten nicht. E-Mails führten ins Leere. Jeder verwies auf den anderen – aber niemand fühlte sich verantwortlich.
Besonders absurd war dabei: Amazon scheint einen Vorgang nur anhand der E-Mail-Adresse des Kundenkontos zuordnen zu können. Kundennummer, Bestellnummer, Rechnungsnummer, Mahnnummer und sogar die Vorgangsnummer reichten offenbar nicht aus.
Genau die reklamierte Bestellung, um die es ging, war plötzlich nicht mehr in der Bestellhistorie sichtbar.
Das bedeutet: Wir sollten etwas bezahlen, das Amazon selbst im Kundenkonto nicht mehr korrekt anzeigen konnte.
Und genau das ist für uns das eigentliche Problem.
Wenn Amazon Printbücher druckt und verschickt, haben wir als Verlag praktisch keinen Einfluss auf die Qualität. Kommt ein beschädigtes Buch beim Leser an, fällt das trotzdem auf uns zurück. Nicht Amazon bekommt die schlechte Bewertung. Nicht die Druckerei. Sondern unsere Bücher.
Wir haben bereits eine 1-Stern-Bewertung ohne Text erhalten. Vielleicht hatte der Leser einfach keinen Gefallen an der Geschichte. Vielleicht aber auch ein beschädigtes Exemplar. Wir werden es nie erfahren. Aber genau das ist das Problem: Die Verantwortung bleibt am Ende beim Verlag, obwohl der Fehler woanders entstanden sein könnte.
Das Paradoxe an der Geschichte:
Erhält eines unserer Bücher eine schlechte Bewertung wegen z.B. eines Fehldrucks, wird das Buch von amazon mit eingeschränkter Sichtbarkeit bestraft, obwohl sie für die Qualität des Drucks verantwortlich sind.
Für uns ist deshalb klar: Wir möchten unsere Leser nicht von einem System abhängig machen, bei dem beschädigte Ware, verschwundene Bestellungen und nicht funktionierende Reklamationen am Ende beim Autor oder Verlag hängen bleiben.
Wir entwickeln derzeit unseren eigenen Shop. Noch ist er nicht fertig. Aber genau solche Erfahrungen zeigen uns, wie wichtig es ist, Druck, Verkauf, Reklamationen und Kundenservice künftig selbst kontrollieren zu können.
Deshalb ziehen wir für uns die Konsequenz:
Unsere Bücher wird es bei Amazon künftig nur noch als eBook geben.
Gedruckte Bücher wird es erst wieder geben, wenn wir die Qualität selbst kontrollieren können. Wenn wir entscheiden können, wie ein Buch gedruckt wird, wie es aussieht und in welchem Zustand es beim Leser ankommt.
Bis dahin konzentrieren wir uns auf das, worauf wir Einfluss haben: gute Geschichten, eBooks und den Aufbau unseres eigenen Shops.
Denn wir möchten, dass unsere Leser Bücher bekommen, hinter denen wir wirklich stehen können – und einen Service, der funktioniert.
