Vor wenigen Tagen saßen wir in einem Videocall mit Elly Lindemann. Klar im Kopf. Direkt in der Sprache. Und mit einer spürbaren Begeisterung für Figuren, die mehr wollen als nur ein Abenteuer erleben.
Elly hatte sich ursprünglich mit einem Jugendroman beim Aktiokrat Verlag beworben. Das Manuskript passte in dieser Form nicht in unser Programm – aber ihr Stil blieb hängen. Ihre Dialoge hatten Tempo. Ihre Figuren wirkten lebendig. Und vor allem: ehrlich.
Also entstand eine neue Idee.
Gemeinsam entwickelten wir das Konzept zu Fietecrew – einer Reihe, die Abenteuer, Freundschaft und Humor verbindet, ohne künstlich laut zu sein. Statt großer Heldenposen stehen echte Entscheidungen im Mittelpunkt. Und Charaktere, die wachsen dürfen.
Der erste Roman, „Schatzsuche im Ferienlager“, ist inzwischen fertiggestellt. Rund 100 Seiten – bewusst kompakt, klar strukturiert, mit der Energie eines modernen Groschenromans, aber mit Herz. Erscheinungstermin: Anfang Mai.
Band zwei ist bereits weit ausgearbeitet.
Was im Videocall besonders spürbar war: Diese Reihe ist kein Zufallsprojekt. Sie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Idee, Struktur, Figurenentwicklung – alles wurde gemeinsam geschärft, hinterfragt und weitergedacht.
Fietecrew steht damit nicht nur für eine neue Abenteuergeschichte.
Sondern auch für eine neue Stimme im Jugendprogramm des Aktiokrat Verlags.
Elly, wie fühlt es sich an, an einer eigenen Reihe zu arbeiten?
Elly:
Ehrlich? Ein bisschen unwirklich. Vor einiger Zeit habe ich noch an meinem eigenen Jugendroman gesessen und gehofft, dass sich überhaupt jemand meldet. Und jetzt entwickeln wir gemeinsam eine Serie. Das ging schneller, als ich gedacht hätte – aber es fühlt sich richtig an.
Du hattest dich ursprünglich mit einem anderen Manuskript beworben. War das enttäuschend, als wir gesagt haben: „So passt es nicht ins Programm“?
Elly:
Kurzzeitig ja. Klar. Man hängt ja an seinem Text. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass er „schlecht“ war – sondern nur nicht passend. Und als dann die Rückmeldung kam, dass mein Stil gefällt, war das fast wichtiger als eine sofortige Zusage. Das hat mir gezeigt: Da sieht jemand, was ich kann.
Wie kam es dann konkret zu Fietecrew?
Elly:
Du hast die Grundidee eingebracht – ein Team, ein Hund, Abenteuer mit Herz, keine übertriebenen Superkräfte, sondern echte Entscheidungen. Und ich dachte sofort: Das kann funktionieren.
Wir haben dann viel über Dynamik gesprochen. Wer führt? Wer zweifelt? Wer bringt Humor rein? Und irgendwann standen die Figuren einfach im Raum.
Was war dir bei „Schatzsuche im Ferienlager“ besonders wichtig?
Elly:
Dass es nicht nur um den Schatz geht. Natürlich gibt es Spannung. Hinweise. Wendungen. Aber für mich war wichtiger, wie die Gruppe miteinander umgeht. Wer übernimmt Verantwortung? Wer macht Fehler? Wer steht wieder auf?
Ich wollte keine perfekten Kinder schreiben. Sondern glaubwürdige.
Der erste Band hat rund 100 Seiten. Bewusst kompakt. Warum?
Elly:
Weil Tempo wichtig ist. Ich wollte, dass man es an einem Wochenende lesen kann. Vielleicht sogar an einem Abend. Keine Längen. Keine künstlich aufgeblähten Kapitel.
Manchmal ist weniger mehr.
Band zwei ist schon weit ausgearbeitet. Was können wir erwarten?
Elly:
Mehr Tiefe. Die Figuren kennen sich jetzt – also können Konflikte persönlicher werden. Und das Abenteuer wird größer. Aber nicht lauter. Es bleibt Fietecrew. Keine Explosionen. Keine Effekthascherei. Sondern Spannung, die sich entwickelt.
Was bedeutet dir diese Zusammenarbeit?
Elly:
Sehr viel. Ich komme nicht aus einer „Literaturwelt“. Keine Kontakte, keine Agentur, kein Netzwerk. Einfach schreiben, abschicken, hoffen.
Dass daraus jetzt eine echte Reihe entsteht, zeigt mir: Man muss nicht perfekt starten. Man muss nur anfangen.
Letzte Frage: Was wünschst du dir für Mai?
Elly:
Dass die ersten Leserinnen und Leser sagen: „Ich will wissen, wie es weitergeht.“
Mehr brauche ich gar nicht.
Fietecrew – Band 1: „Schatzsuche im Ferienlager“ erscheint im Mai.
Band zwei ist bereits in Arbeit.
Und wenn man eines aus diesem Gespräch mitnehmen kann, dann das:
Manchmal entsteht etwas Neues nicht aus einem fertigen Plan – sondern aus einem offenen Austausch.
